Foto: Ronald Ufer
Viele Familien besuchten am Wochenende den alternativen Adventsmarkt an der Klosterkirche, bei dem 20 Vereine zum Schauen, Basteln und Singen einluden.

Ansprechpartner Presse:
Frau Franze-Hartmann
Freiwilligenagentur Cottbus
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03048 Cottbus
Tel (0355) 488 86 63
Telefax (0355) 4 88 86 64

 
  11.12.2006 Lausitzer Rundschau
Sich trauen, anderen eine Freude zu bereiten
Vereine prägen historischen Adventsmarkt an der Klosterkirche

Viele Kinderaugen hat am Wochenende der 4. Adventsmarkt am Klosterplatz aufleuchten lassen. Im kleinen, familiären Rahmen luden 20 Vereine und Einrichtungen am Sonnabend und Sonntag jeweils nachmittags zum Schauen, Basteln, Singen und Freuen ein. Die bunten Bühnenprogramme und die Angebote an den Ständen trösteten Kinder und Eltern über das zeitweise schlechte Wetter hinweg. Die Cottbuser Freiwilligenagentur hatte mit den der Kloster- und der St.-Nikolai-Kirchengemeinde, der Jugendhilfe Cottbus und dem Lions Club sowie weiteren kirchlichen und sozialen Einrichtungen den Adventsmarkt vorbereitet.

Viele Familien besuchten am Wochenende den alternativen Adventsmarkt an der Klosterkirche, bei dem 20 Vereine zum Schauen, Basteln und Singen einluden.
Eine besinnliche Stimmung stellte sich auf der von geschmückten Hütten umstandenen kleinen Fläche fast von selbst ein. Nicht alles war perfekt, zur Eröffnung wurde an einigen Ständen noch gehämmert und gewerkelt. Aber die mit viel Liebe gestalteten Auftritte der Vereine ließen die kleinen Unzulänglichkeiten rasch vergessen.
«In diesem Jahr sind wieder neue Akteure wie die Telefonseelsorge hinzugekommen, haben sich in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gewagt» , sagte die Projektleiterin der Freiwilligenagentur, Ramona Franze-Hartmann. «Am wichtigsten war es allen bei der Vorbereitung, dass sich möglichst viele Menschen trauen, vor anderen aufzutreten, einen eigenen Beitrag zu leisten. Das gilt für die Standbetreuer ebenso wie auf der Bühne, wo beispielsweise auch die Mädchengruppe von Gesundheitshaus der Diakonie mit ihren Liedern zum Fest darbietet. Hier können Geschenke zum Weihnachtsfest gebastelt werden, statt sie im Laden einfach zu kaufen. Dieser nichtkommerzielle Charakter prägt diese Familienveranstaltung – und das wird künftig weiter das Bild beherrschen.»
Sich etwas zu trauen, das galt auch für die Besucher. Gleich zur Eröffnung wurde unter dem Tannenbaum begleitet von den Bläsern des Kirchenkreises Cottbus gesungen. Beim Basteln von Gestecken und Geschenken an vielen Ständen konnten Kinder freundlich assistiert von Müttern und Helfern ihr Geschick beim Malen, Kleben, Flechten, Gestalten oder der Holzbearbeitung zeigen.
Schon vom ersten Adventsmarkt an ist die Kerzenwerkstatt der Klosterkirchengemeinde dabei. Ständig liefen dort Mädchen und Jungen von Topf zu Topf, tauchen ihre Dochte und noch ganz dünnen Kerzen ein und schufen so Schicht für Schicht ihr eigenes gerades oder gedrehtes großes Licht.
«Ich engagiere mich wie viele Mitglieder der Kirchengemeinde sehr gern hier, denn es ist schön, dass es einen solchen Markt in der Adventszeit gibt und so viele Leute herkommen» , sagt Friedericke Gürtler. «Nur mit vielen freiwilligen Helfern, die nicht auf die Uhr sehen, kann so etwas entstehen.» Gemeinsam mit Tochter Ruth geht Frau Gürtler mit den Kindern Runde um Runde um die Töpfe herum, damit schöne Kerzen entstehen.
In der Kerzenwerkstatt ist fast immer Betrieb, nur wenn auch der Bühne es besonders schönes Programm läuft, geht es ruhiger zu. Dann drängen sich fast alle Mädchen und Jungen ganz dicht vor der niedrigen Bühne, um das Märchen von «Jorinde und Joringel» zu verfolgen, den Lesefüchsen oder dem Chor des Kindermusicals zuzuhören. Auch das Weihnachtsprogramm des Zirkus Ratz Fatz, die Auftritte der Waldorfschule, von Kindertagesstätten, Jugend- und Theatergruppen sowie dem Sandowkahn finden viel Aufmerksamkeit.
Ungewohnte Klangbilder bringt die Trommelgruppe «Homeless» des Cottbuser Flüchtlingsvereins ein. Das Geschehen auf der kleinen Bühne animiert einige Kinder, nach den Auftritten die Bühne zu entern und sich selbst einmal am Mikrofon zu versuchen. Am Sonntag wird auch die Klosterkirche einbezogen, wo das Michaelis Puppentheater «Die Geschichte vom Brüderchen» spielt.
Wem zwischendurch beim Schlendern von Häuschen zu Häuschen kalt wird, der kann sich an einem Feuer aufwärmen oder sich ein einer Suppe oder einem heißen Getränk laben. Von Bänken aus betrachten viele Familien die gemütliche Atmosphäre auf dem kleinen Markt, schauen auf die vielfältigen Angebote der Stände und das bunte Treiben davor. Gern wird auch einmal das eine oder andere Lied mitgesungen. Mit der heranziehenden Dunkelheit erhellen Feuer, Lichterketten, Lampen und das Bühnenlicht sanft die Szenerie.
«Ich bin gern wieder mit den Kindern gekommen. Hier ist alles familiär, überschaubar und ruhig» , erklärte Angela Lehnert. «Die Kinder können sich alles ansehen, ohne dass ich wie beim großen Markt ständig auf sie aufpassen muss. Es herrschen große Freundlichkeit und eine besinnliche Stimmung vor.»

von Ronald Ufer
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