Festakt für Ehrenamtliche: Das Jugendsinfonieorchester des Konservatoriums und Studenten der Fachhochschule Lausitz erfreuten mit einem berührenden Konzert mit Werken von Bach, Liszt, Vivaldi bis hin zu weihnachtlichen Klängen.
Foto: Michael Helbig

Ansprechpartner Presse:
Frau Franze-Hartmann
Freiwilligenagentur Cottbus
Zielona Gora Str. 16
03048 Cottbus
Tel (0355) 488 86 63
Telefax (0355) 4 88 86 64

 
  06.12.2006 Lausitzer Rundschau
Festakt für tausende unbezahlbare Stunden
Tag des Ehrenamtes: Rund 160 Cottbuser im Konservatorium geehrt
Sie lehren Kinder und Jugendliche das Fußball-Einmaleins, sie lesen Kindern Geschichten vor, sie trainieren mit Senioren geistige Fitness oder sie springen als Wahl-Oma ein: Cottbuser, die sich für ihre Mitmenschen engagieren. Ehrenamtlich, ohne Geld dafür zu nehmen. Stadt und Freiwilligenagentur haben die Männer und Frauen gestern Nachmittag mit einem ansprechenden Festakt im Konservatorium gewürdigt – aus Anlass des Internationalen Tages des Ehrenamtes.

Festakt für Ehrenamtliche: Das Jugendsinfonieorchester des Konservatoriums und Studenten der Fachhochschule Lausitz erfreuten mit einem berührenden Konzert mit Werken von Bach, Liszt, Vivaldi bis hin zu weihnachtlichen Klängen.
Die Cottbuser Freiwilligenagentur hat zum zweiten Mal den Festakt ausgerichtet. Dieses Jahr aber mit einer Premiere: Der neue Oberbürgermeister begrüßte jeden der rund 160 geladenen Cottbuser persönlich und überreichte eine Rose. «Eine sehr schöne Geste» , freute sich Projektleiterin Ramona Franze-Hartmann. Sie wertet es als «besonderen Ausdruck von Wertschätzung des bürgerschaftlichen Engagements» .
Ohne das funktioniere eine Gesellschaft schließlich nicht, sagte OB Frank Szymanski (SPD). «Sie sind eine Stütze des Gemeinwesens, die Lokomotiven einer Gesellschaft» , dankte er in seiner Ansprache. Einzelne Personen herauszuheben, sei eine beinahe unlösbare Aufgabe – so viele Cottbuser würden sich engagieren. Das machte Frank Szymanski auch gleich in Zahlen deutlich: In 140 Sportvereinen wird mit 6000 Kindern und Jugendlichen trainiert, in 128 Selbsthilfegruppen finden 3200 Frauen und Männer Ansprechpartner und Gleichgesinnte. An den mitreißenden Festumzug zum 850. Stadtjubiläum erinnert sich Szymanski nur zu gern: «Dort haben mehr als 4000 Ehrenamtliche mitgewirkt und gezeigt, dass die Cottbuser Großartiges leisten können.»
Dabei sei das Ehrenamt eben nicht nur die Übungsleiterstunde oder die Stunde Betreuung von Pflegebedürftigen. Oft werde auch persönlicher finanzieller Einsatz abverlangt. Szymanski erinnerte an Kuchen, die für Vereinsfeier gebacken werden, oder die vielen Wege zu Veranstaltungen mit dem eigenen Pkw. «Das summiert sich.» Insofern begrüße er den Ansatz der Bundesregierung, ehrenamtlich Tätige steuerlich zu entlasten. Szymanski spann den Bogen weiter: «Nicht nur der Staat ist in der Pflicht, sondern auch Unternehmen.» Warum nicht die Notarkosten für die Gründung und Eintragung eines Vereins schenken? regte der OB an.
Tobias Weiß ist nach dem gestrigen Festakt auf jeden Fall motiviert, weiterzumachen. «Es wurde alles gesagt und es war eine schöne Anerkennung» , sagt der 21-jährige Jugendfeuerwehrwart der Dissenchener Ortswehr. Auch Christel Mennel empfand den Festakt als «etwas Besonderes» . Das sei «ein Höhepunkt im Jahr» , so Mennel, die in der katholischen Gemeinde St. Maria tätig ist «vom Pfarrgemeinderat bis zur Putztruppe» .
Und Ramona Franze-Hartmann von der Freiwilligenagentur denkt schon voraus: Zum nächsten Tag des Ehrenamtes werde man herausragende Projekte vorstellen und dann besonders würdigen.
Zum Thema Ehrenamt
# In Deutschland engagieren sich mehr als 23 Millionen Menschen ehrenamtlich. Projekte und Vereinsarbeit in den Bereichen Soziales, Sport, Kultur, Gesundheit, Bildung, Umwelt-, Katastrophen- oder Verbraucherschutz wären ohne Ehrenamtliche nicht denkbar. 30 Prozent der Brandenburger sind laut einer Statistik des Sozialministeriums ehrenamtlich tätig.
# Das Bundesfamilienministerium fördert Projekte bürgerschaftlichen Engagements wie Mehrgenerationenhäuser, generationsübergreifende Freiwilligendienste, lokale Bündnisse für Familie, Bürgerstiftungen. Rund 400 Millionen Euro werden dafür zur Verfügung gestellt.
# 1985 erklärten die Vereinten Nationen den 5. Dezember zum Internationalen Tag der Freiwilligen für wirtschaftliche und soziale Entwicklung.

von Sybille von Danckelman

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